Addys Mercedes, „die große Stimme Kubas“

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„Extraña“ und die Liebe zur Musik

Musikalische Verbindung des traditionellen zum modernen Kuba

Bad Salzuflen. Ein Konzert mit Addys Mercedes ist eine Reise zwischen Mond und Sonne, gestern und heute, Tiefe und Leichtigkeit. „Die große Stimme Kubas“ befreit die Musik ihrer Heimat von den staubigen Klischees dicker Zigarren, singender Opas und leichter Mädchen und nimmt die Zuhörerinnen und -hörer mit in eine Welt voller ausgelassener Fröhlichkeit und tiefer Melancholie. Erst im September ist ihr bereits fünftes Album „Extraña“ (andersartig) erschienen, das sie beim Konzert am Samstag, 26. November, um 19.30 Uhr in der Konzerthalle im Kurpark von Bad Salzuflen vorstellen wird. Zu erwarten ist ein warmherziger und nahbarer Abend mit Addys Mercedes, die ergreifende Geschichten eines ereignisreichen Lebensweges erzählt, der sie aus dem ländlichen Kuba in die großen Konzertsäle der Welt geführt hat. Karten im Vorverkauf zu 22 und 26 Euro gibt es an der Theaterkasse der Kurverwaltung, Telefon 05222/952-909, und bei der Bürgerberatung im Rathaus an der Rudolph-Brandes-Allee.

„Extraña“, das neue Album umfasst 13 Songs, die das Temperament von Addys Mercedes, ihr besonderes Charisma und die Liebe zur Musik auf beeindruckende Weise zeigen. Dabei verbindet sie die kubanische Tradition mit einem modernen Kuba, das sich auch für Pop, Swing und Blues öffnet. Ihre 16jährige Tochter Lia lässt mit ihrem Geigenspiel die in Vergessenheit geratene Tradition der kubanischen „Charanga“, die besondere Form der kubanischen Tanzmusik mit der Betonung unter anderem auf der Geige, aufleben.

Wer den Satz „Viva la Revolución!“ hört, denkt auch in diesen Breiten an Che Guevara, an Sozialismus, Wirtschaftsembargo und politisches Tauziehen. In diese schwierige Welt wurde Addys Mercedes 1973 geboren. Wie sich herausstellte, galt „Viva la Revolución!“ auch für sie, denn was sie erreicht hat, kommt einer Revolution gleich. Denn sie schreibt ihre eigenen Texte und komponiert die Musik, was für eine Musikerin in Kuba völlig unmöglich war. Immerhin kam sie 1993 nach Deutschland und spielt seither hier ihre Musik.

Als 2001 „Mundo Nuevo“ (neue Welt) erschien, überschlugen sich die Kritiker vor Begeisterung. Addys gab im ersten Jahr mehr als 100 Konzerte in 16 Ländern unter anderem mit Legenden wie Ringo Starr, Eric Clapton und Bob Geldof. Auf „Nomad“ (2003) experimentierte sie dann mit einem Mix aus elektronischer Musik und kubanischen Wurzeln, um einen eigenen Weg für ihren Klang zu finden. 2012 erschien das Album „Addys“, das der Beginn eines neuen musikalischen Verständnisses war. Addys hatte ihren Stil, ihre Musik gefunden. Mit „Sabado Roto“ lief erstmals auch eine Single regelmäßig im deutschen Radio. 2014 folgte das vierte Album „Locomotora a Cuba“. Mit „Nada“ gelang ihr ein weiterer Singlehit. Und nun ist ganz frisch „Extraña“ da.

Addys Mercedes wird bis heute in Kuba „totgeschwiegen“, wird aber zumindest in der westlichen Welt und vor allem in Europa als „Die große Stimme Kubas“ gefeiert. Ihre Geschichten und ihre Art, sie zu erzählen, faszinieren das Publikum und bringen sie heute in die renommiertesten Konzerthäuser wie die „Alte Oper“ in Frankfurt, die Philharmonie Essen oder das Theater am Aegi in Hannover. Sie hat eine Karriere gemacht, die für eine Frau und Musikerin aus Kuba wahrlich revolutionär ist.

Bild- und Textquelle: Stadt Bad Salzuflen

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