1. Wanderung im Jahreswanderprogramm von Marketing Extertal

Am Opferstein

Am Opferstein

Extertal-Nalhof. “Eigentlich waren wir drauf und dran, die erste Wanderung im Extertaler Wanderprogramm am Sonntag angesichts der Witterungsverhältnisse abzusagen,” so Julia Stein, Geschäftsstellenleiterin von Marketing Extertal e.V. Mit dichtem dichtem Nebel, leichtem Nieselregen und Schneeglätte präsentierte sich der Sonntagmorgen – also nicht gerade mit optimalen Wanderwetter. Der Gedanke an eine Absage schwand aber schnell, denn exakt 62 Wanderleute fanden sich pünktlich auf Strunks Hof in Nalhof ein. Sogar aus Bielefeld, Detmold oder Kalletal kamen Wanderfreunde. Und dass viele Familien mit Kindern und jüngere Leute unter diesen Bedingungen auf die gut sechs Kilometer lange Strecke gingen, “hat uns natürlich riesig gefreut”, zeigt sich Julia Stein sehr zufrieden. Denn das vielfältige Extertaler Wanderprogramm soll vor allem Familien und “touristische” Wanderer ansprechen, also solche, die nicht “profimäßig” auf längeren Strecken unterwegs sind. Dieses Vorhaben ist bei der ersten der 20 „Erlebnistouren für Klein und Groß“ im Extertaler Wanderprogramm über Erwarten gut gelungen. Ein ganz dickes Lob geht seitens Marketing Extertal e.V. an den Brunnenverein Nalhof, der als Kooperationspartner und offizieller Veranstalter für eine perfekte Organisation sorgte.
Ein Anliegen dieser Tour war es auch, den Teilnehmern einiges über die Jagd zu vermitteln und für gegenseitiges Verständnis zwischen Wandern und Jägern zu werben. Das oblag Konrad Strunk, der als ehemaliger Hegeringleiter und Heimatfreund diese Aufgabe mit Bravour erledigte. Was zum Beispiel mit unvorsichtigen Hunden geschieht, die sich in einen Dachsbau wagen, erläuterte er sehr anschaulich an der “Dachsburg” auf dem Steckelnberg. Dachse sind sehr kräftige, mit langen Krallen und starkem Gebiss ausgestattete Tiere, die es ganz und gar nicht schätzen, in ihrer winterlichen Ruhe gestört zu werden. Da sei schon so schon mancher Hund “im Untergrund” verschollen. Diese Ansage wirkte sichtlich auf die Hundehalter in der Gruppe, die ihre Tiere fester an die Leine oder gleich auf den Arm nahmen.
Über die historischen Aspekte der Wanderung „zum Opferstein und in die Hölle“ informierte Wanderführer Hans Böhm. Viel zu sehen und zu erfahren gab es im aufgelassenen wildromantischen Steinbruch auf dem Steckelnberg, der bis in die Nachkriegsjahre in Betrieb war. Dass die (Hand-)Arbeit hier kein „Zuckerschlecken“ war, kann man noch heute gut nachvollziehen. Ob der „Opferstein“ wirklich kultischen Zecken diente, ist nicht gewiss. Interessant ist der große Findling mit der „Opfermulde“ allemal. Er ist ein Relikt der Saalekaltzeit, die ihn vor rund 200.000 Jahren hier ablegte. Ein kleines Naturschauspiel ist der Wasserfall in der Hölle, der sich zwar mit wenig Wasser, dafür aber im „Eiskleid“ präsentierte – ein tolles Fotomotiv. In der Höllbachschlucht, so glaubten die Einheimischen vor noch gar nicht allzu langer Zeit, treibe der Teufel sein Unwesen – daher der Name. Über Berg uns Tal führte die Tour schließlich zum Nalhofer Dorfplatz am Zieglerbrunnen, wo zahlreiche Helfer/innen für das leibliche Wohl sorgten. Dass Wandern hungrig und durstig macht, bewies der „Umsatz“ an Bratwürstchen (140), Glühwein, Kaffee oder Kaltgetränken. In geselliger Runde blieb mancher länger als geplant, gut warm gehalten vom großen Lagerfeuer. Weitere Bilder und Wanderprogramm unter www.marketing-extertal.com
Gut zu tun hatte auch Julia Stein ab Abstempeln der Stempelkärtchen. Wer mindestens fünf der 20 Touren mitmacht, erhält einen Extertaler Regenponcho. Und den wollen offensichtlich viele erwandern.
Die nächste Tour findet am Sonntag, 12. Februar statt. Treffpunkt zur Laternenwanderung ist um 17 Uhr am Hotel Zur Burg Sternberg in Extertal-Linderhofe. Diese Tour ist vor allem für Familien mit kleinen Kindern gedacht. Angeboten werden zwei Strecken.

Bild- und Textquelle: Marketing Extertal e.V. 

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