Sprachliche Hürden überwinden: Rucksack-Mütter besuchen gemeinsam den Lagenser Wochenmarkt

Gemeinsam auf dem Wochenmarkt: Mütter der Elterngruppe mit Nadezhda Yuliyanova Harizanova (zweite von rechts) und Nesrin Bartel (rechts).

Seit Ende 2016 nimmt auch die Grundschule Lage (am Sedanplatz) am Rucksack-Programm  des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Lippe (KI) teil. Stützen des Programms sind die sogenannten Elternbegleiter. Sie unterstützen die Eltern bei wöchentlichen Treffen und geben Tipps und Hilfestellungen, damit auch zugewanderte Eltern ihre Kinder zu Hause optimal fördern können.

Inzwischen zählt die Elternbetreuung in der Grundschule Sedanplatz sieben Eltern von Kindern der sogenannten Sprachförderklasse. „Solche heterogenen Gruppen, in denen Bulgarisch, Russisch, Kroatisch oder Türkisch gesprochen wird, stellen die Elternbegleiterinnen vor eine große Herausforderung“, erklärt Nesrin Bartel, die das Programm Rucksack-Schule im KI betreut und koordiniert. „Glücklicherweise konnten wir mit Nadezhda Yuliyanova Harizanova eine gelernte Lehrerin aus Bulgarien, die neben Deutsch auch fließend Bulgarisch und Türkisch spricht, für das Rucksack-Programm gewinnen. Als Pädagogin bringt sie schon sehr viel Vorwissen mit, was sich auch in den Qualifizierungsmodulen, die Frau Harizanova parallel zu ihrer Tätigkeit durchläuft, gezeigt hat“, so Bartel weiter. Durch die Unterstützung der Pädagogin konnten die Mütter der Elterngruppe jetzt zum ersten Mal ihr Gelerntes zum Thema Einkaufen auf dem Lagenser Wochenmarkt unter Beweis stellen. „Eine Mutter war ganz aufgeregt, da sie zum ersten Mal ohne Sprachvermittler Deutsch mit Einheimischen sprechen sollte und konnte“, erinnert sich Bartel. „Es ist wichtig, dass die Eltern selbst erfahren, dass die Inhalte des Rucksack-Programms gesellschaftliche Teilhabe möglich machen und schließlich das Ankommen in Deutschland vereinfachen.“ Schließlich leiten die Elternbegleiter wiederum die zugewanderten Eltern vor allem in unterrichtsspezifischen Inhalten, damit diese ihre Kinder zuhause auch fördern und fordern können.

Bild- und Textquelle: Kreis Lippe

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