„Hausmann“ sorgt für Gelächter

Alltagsbezogener Unterricht – Anke Diekmann, hier noch am vorherigen Standort in der ZUE Oerlinghausen.

Noch Plätze frei im Integrationskurs für Flüchtlinge – Bundesamt verlängert Modellprojekt mit den Johannitern

Oerlinghausen. Heute ist das deutsche Ausbildungssystem und die verschiedenen Berufe Thema des Unterrichts. Deswegen schallt es vielstimmig durch den Raum: „Ich bin Mechatronikerin. Ich bin Physiotherapeut.“ Nur der Beruf „Hausmann“ sorgt bei einem Schüler für Erheiterung. „Das gibt es bei uns nicht“, wundert sich junger Familienvater aus Afghanistan. Es ist nicht das einzige Neue und Wunderliche, woran er sich nun in Deutschland gewöhnen muss. Dass ihm die Umstellung leichter fällt, dafür sorgt Anke Diekmann von den Johannitern. Sie unterrichten den Kurs „Erstorientierung und Wertevermittlung für Asylbewerber“, ein Modellprojekt des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Der Kurs findet täglich in Oerlinghausen statt – und es sind noch Plätze frei.

Asylbewerbern mit unklarer Bleibeperspektive standen bisher keine Integrationsangebote zur Verfügung. Für die Menschen bedeutete dies, dass sie oft Monate oder Jahre ohne jegliche Orientierungshilfe in Deutschland verbrachten. Mit dem Modellprojekt des BAMF hat hier ein Umdenken stattgefunden. „Den Weg, frühzeitig in die Integration zu starten, finde ich genau richtig“, bekräftigt Anke Diekmann als Kursleiterin diesen Ansatz des Modellprojektes. Sie erlebt in ihrem Kurs fleißige und sehr motivierte Schüler, die so viel wie möglich über das Leben in Deutschland lernen wollen.

Im September letzten Jahres startete das Modellprojekt bei den Johannitern in Oerlinghausen, das auf sechs Monate beschränkt war. Nun hat das Bundesamt die Verlängerung des Projekts für weitere sechs Monate genehmigt. Zunächst hatten die Johanniter die Erstorientierungskurse in der Zentralen Flüchtlingseinrichtung des Landes in Oerlinghausen angeboten, die sie damals selbst betrieben. „Für die Verlängerung des Modellprojekts haben wir mit der Stadt Oerlinghausen einen neuen Partner gewonnen“, freut sich der Vorstand des Johanniter-Regionalverbandes Matthias Schröder. Geflüchtete, die nicht mehr in einer Unterkunft des Landes leben, sondern einer Kommune zugewiesen wurden, können ab sofort 300 Stunden Sprachunterricht und Orientierungshilfe belegen. Die Stadt Oerlinghausen stellt den Johannitern für den Erstorientierungskurs Räume zur Verfügung und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Flüchtlingen, die in Oerlinghausen wohnen und den Kurs besuchen, erstatten wir die Fahrtkosten zum Kurs“, sagt Romina Bockwinkel, zuständig für Soziales, Bildung und Ehrenamt von der Stadtverwaltung.

„Ich bin überzeugt davon, dass die wir als Gesellschaft davon profitieren, wenn wir die Integration frühzeitig angehen. Deswegen freue ich mich sehr über die Verlängerung des Bundesamtes und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Oerlinghausen“, fasst Schröder zusammen.

Der Kurs findet täglich wochentags von 9:00 bis 12:00 Uhr in Oerlinghausen neben dem Bürgerhaus, Tönsbergstr. 3, statt und ist für die Teilnehmer kostenlos und freiwillig. Interessierte können einfach vorbei kommen. Der Eingang befindet sich gegenüber der Stadtbücherei in der Braustiege.

Bild- und Textquelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

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