Lügde ist Fairtrade-Stadt

Fairtrade Ehrenbotschafter Manfred Holz übergibt Bürgermeister Heinz Reker die Urkunde. © Eva Maria Thiele

Lügde. Seit dem vergangenem Sonntag, 14. Mai 2017, ist es offiziell: Lügde ist Fairtrade-Stadt. So steht es auch in der Urkunde, die Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz unserem Bürgermeister Heinz Reker übergab.

Schon im Spätherbst des vergangenen Jahres hat sich die Steuerungsgruppe darauf geeinigt: Wenn wir Fairtrade-Town werden, wenn wir die Urkunde bekommen, dann verbinden wir die Auszeichnungsfeier mit dem 2. Lügder Zickenmarkt. Doch in „trockenen Tüchern“ war das lange Zeit nicht.

Wir hatten für den Zickenmarkt auch Fairtrade-Aktionen geplant, aber als die Plakate dafür gedruckt wurden, stand noch nicht fest, ob wir auch die Zertifizierung feiern würden können. Und so lautete der Programmpunkt darauf auch nur schlicht „Fair-Trade-Kampagne“.

Am 3. Mai rief uns Herr Holz an: „Ja, ich komme nach Lügde!“ Das war für uns das Grüne Licht! Unsere Bewerbung war erfolgreich. Kurzerhand kombinierten wir das vom Kreis Lippe organisierte Klima-Picknick auf dem Marktplatz mit der Fairtrade-Town-Auszeichnung auf Bühne vor dem Rathaus.

Die Auszeichnung ist auch Verpflichtung

In seiner Begrüßungsrede erinnerte Bürgermeister Heinz Reker daran, welche Kriterien Lügde für die Auszeichnung zur Fairtrade-Stadt erfüllen musste. Die Steuerungsgruppe und er seien hoch erfreut darüber gewesen, wie viele Menschen in Lügde sich bereits mit dem Thema Fairtrade auseinandersetzen – seien es Vereine oder Kirchen, die bei Veranstaltungen Fairtrade-Kaffee ausschenken, oder seien es Geschäfte und Gastronomie-Betriebe, die Fairtrade-Produkte im Sortiment haben. Diesen Unterstützer*innen sei es zu verdanken, dass Lügde das Fairtrade-Stadt-Siegel nun tragen darf.

Der Titel sei eine Auszeichnung für das, was wir in Lügde bereits vollbracht haben, er sei aber auch eine Verpflichtung, weiter in diesem Sinne zu agieren, stellte er heraus. Besonders die Zivilgesellschaft, wir, seien gefragt. Die Zivilgesellschaft müsse bei der Wahl der Produkte wachsam sein.

Zertifizierung nicht der Verdienst eines Einzelnen

Anja Szalatnay war als Vertreterin des Kreises Lippe angereist. Sie richtete viele Grüße von Landrat Dr. Axel Lehmann und der Leiterin des Umweltamtes, Dr. Ute Röder, aus. Beide wären sie gern zur Auszeichnungsfeier nach Lügde gekommen. Leider sei ein anderer, bereits länger feststehender Termin Lügde zuvorgekommen.

In diesem Zusammenhang erinnerte Anja Szalatnay daran, dass der Kreis Lippe sechs Wochen zuvor als Fairtrade-Landkreis ausgezeichnet wurde. Zu der Zeit war Lügdes Bewerbung zwar schon lange raus, aber damit gerechnet, dass sich Lügde so schnell mit in die Runde der Fairtrade-Städte und -Landkreise gesellen würde, hat vor sechs Wochen kaum jemand.

Die Zertifizierung sei nicht der Verdienst eines Einzelnen, sondern einer Gemeinschaft, verdeutlichte Szalatnay. Nur mit der Hilfe und Unterstützung von engagierten Menschen aus unterschiedlichen Bereichen sei dieser Prozess möglich. Aus ihrer Mitarbeit in der Fairtrade-Steuerungsgruppe des Kreise Lippe weiß sie dies aus eigener Erfahrung.

Die Stadt Lügde habe mit der Zertifizierung bewiesen, dass in Lügde solche engagierte Menschen leben. Menschen, denen es wichtig ist, dass Chancengleichheit für alle gilt.

Lügde spielt jetzt in der Campions-League

„Auch Lügde spielt jetzt mit in der Champions-League“, rief Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz den Zuhörer*innen auf dem Marktplatz zu, „Lügde spielt jetzt zusammen mit London, Amsterdam, Rom, Oslo, Paris, Madrid und München. Diese Metropolen besitzen nämlich die gleiche Auszeichnung!“ Lügde ist die 482. Fairtrade-Town.

Fairtrade sei das Bestreben, Elend und somit Fluchtursachen aktiv zu bekämpfen, bevor diese entstehen, erklärte Manfred Holz. Er gab zu bedenken: Jede gute „Eine Welt Arbeit“ könne zu einem festen Image einer Stadt werden.

Daher appellierte er: „Kaufen Sie möglichst nur noch bio-fair-regional und saisonal!“ Wir alle hätten eine gemeinsame Verantwortung, dass diejenigen, die den Tisch decken, auch selbst satt werden. Das gelte ebenso für deutsche Landwirte, Bäcker, Fleischer und so weiter. Wer Fairtrade-Produkte kaufe, gäbe damit keine Spende oder Almosen, er leiste dabei einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen. Es sei schon merkwürdig, dass viele Menschen zwar bereit wären teure Kaffee-Maschinen zu kaufen, aber beim Kauf von Kaffee wieder sparen wollen, plakatierte Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz unser Kaufverhalten. Fair sei also, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen.

Textquelle: Stadt Lügde

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