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  Montag, 26.07.2010 10:30
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Ein Blumenhändler trotzt holländischer Übermacht
Klein, rot, aromatisch – lippisch
Detmold-Hiddesen. „Iss mich“, scheinen die Kirschtomaten zu sagen. Sie sind klein, sie sind rot, sie sind aromatisch – und sie kommen zumeist aus Holland. Das muss aber nicht sein: Jörg Leßmann und der Verein Lippequalität zeigen, dass die wohl ersten und einzigen im Lebensmitteleinzelhandel erhältlichen Kirschtomaten aus Lippe mindestens so gut sind, wie die aus unserem Nachbarland.
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Qualität aus Lippe: Jörg Leßmann ist in die Produktion von Kirschtomaten eingestiegen.
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Eigentlich ist Gemüse gar nicht Jörg Leßmanns Fach. Der 44-Jährige betreibt in vierter Generation ein Blumenfachgeschäft und eine Friedhofsgärtnerei. Die Idee, nebenbei in einem Gewächshaus seines Unternehmens die kleinen roten Leckerbissen anzubauen, kam ihm beim Blick auf die Heizölrechnung. Kirschtomaten werden Anfang April gepflanzt, ab Mitte Juli beginnt die Ernte, und Ende September ist die Saison vorbei. „Anfang April muss ich das Gewächshaus aber nicht mehr heizen. Geranien habe ich immer schon zwei Monate eher gepflanzt. Mit den entsprechenden Kosten“, erläutert Leßmann, wie seine Idee entstand.
Die Kirschtomaten brauchen dann nur noch die normale Pflege von Hand, Wasser und Bio-Dünger zum Reifen – fertig ist Lippes Antwort auf holländische und italienische Konkurrenz. Allerdings muss der Gärtnermeister eingestehen, dass er sich mit seinen Produktionsmengen gegenüber den Wettbewerbern noch etwas im Hintertreffen befindet. Schließlich bleiben Blumen sein Hauptgeschäft. Insgesamt 120 Quadratmeter Beete im Gewächshaus sind zurzeit für Kirschtomaten reserviert. Im kommenden Jahr will Leßmann auf 240 Quadtratmeter erweitern.
Seine Kunden werden es ihm danken. Die Kirschtomaten mit dem Lippequalität-Logo finden reißenden Absatz und sind bislang nur bei Leßmann selbst und im Hiddeser Markant-Markt erhältlich. Seinen „Vertrieb“ will der Gärtnermeister im kommenden Jahr um ein oder zwei weitere Märkte ausbauen. Lippequalität-Vorsitzender Günter Puzberg freuen diese Expansionspläne. Für ihn sind die Kirschtomaten ein Beleg dafür, dass die Lipper mit Erfolg Gemüsesorten anbauen können, die hier noch keine eigene Tradition haben. „So beweist die Region Stärke. Wir halten Wertschöpfung, die bislang anderswo erfolgte, im Lande. Wir stellen mit den Lippequalität-Kriterien unter anderem sicher, dass keine Gentechnik zum Einsatz kommt. Und wir verzichten für unsere Umwelt auf lange Transportwege.“
Regionalität, Qualität, Gentechnikfreiheit, kurze Wege – diese Argumente haben auch Leßmann überzeugt, der in diesem Jahr Mitglied bei Lippequalität geworden ist. „Da schmecken die kleinen roten Dinger gleich noch mal so gut“, meint der Familienvater, und – schwups – befördert er eine Kirschtomate vom Strauch in den Mund.
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