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  Donnerstag, 29.07.2010 11:53
SPD diskutiert Versorgung mit Ärztevertretern
Medizin braucht Vernetzung

Lippe. Eine zukunftsfähige medizinische Versorgung in Lippe braucht mehr Vernetzung. Das ist das Ergebnis eines Meinungsaustausches zwischen der SPD-Kreistagsfraktion und Vertretern der lippischen Ärzteschaft. „Dabei geht es nicht nur um eine stärkere Vernetzung der Mediziner untereinander, sondern auch um eine engere Zusammenarbeit mit ambulanter und stationärer Pflege, Reha-Einrichtungen, Physiotherapeuten, Apothekern und anderen Gesundheitsdienstleistern“, betont Dr. Axel Lehmann, stellvertretender Landrat und gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

„Eine stärkere Vernetzung kann helfen, die Versorgungsprobleme auf dem Land zu lösen. Und sie kann helfen, den Patienten im Dschungel zwischen Kliniken, niedergelassenen Haus- und Fachärzten, ambulanter und stationärer Pflege die bestmögliche Versorgung zu sichern.“



Als Gesprächspartner standen den Sozialdemokraten Dr. Alexander Graudenz, Vorsitzender der Ärztekammer Lippe, Dr. Helmut Middeke, Bereichsleiter Medizin der Klinikum Lippe GmbH, Ulrich Teichert, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis, und die Geschäftsführer des Ärztenetzes Lippe, Constanze Liebe und Hans-Peter Dürselen, zur Verfügung. Wie sinnvoll Vernetzung sei, werde jetzt beim Forschungsprojekt Geriatrie in Lippe deutlich. In diesem Projekt haben sich Klinikum und Ärztenetz zusammengefunden, um mit Hilfe weiterer Akteure eine umfassende medizinische, soziale und pflegerische Betreuung älterer Menschen in Lippe zu gewährleisten. Reibungslose Übergänge der Patienten vom Klinikum zu niedergelassenen Ärzten, Zusammenarbeit zwischen dem Hausarzt und Fachärzten, sowie die Einbindung der Pflege – all das soll für ältere Menschen in Lippe noch besser als bislang organisiert werden.



Einig waren sich Sozialdemokraten und Ärztevertreter, dass die Qualität der Versorgung auf dem Lande vor allem von bundes- und landespolitischen Entscheidungen abhänge. Beide beklagten das in Westfalen-Lippe im Vergleich zu anderen Regionen niedrige Honorarniveau für niedergelassene Ärzte. „Das trägt bestimmt nicht zu einer Verbesserung der ländlichen Versorgung bei“, monierte SPD-Fraktionschef Kurt Kalkreuter. Und auch die vom ehemaligen Landesminister Laumann (CDU) eingeführte „Buschprämie“ von 50.000 Euro für Praxis-Neugründer auf dem Lande habe keine greifbaren Erfolge gezeitigt.



Patentlösungen auf lokaler Ebene gibt es für dieses Problem offensichtlich nicht. Aber wenn niedergelassene Ärzte in Lippe Kooperationen und vernetzte Strukturen aufbauten, könne das hilfreich sein, waren sich alle Beteiligten einig. So wäre es möglich, dass größere, leistungsfähigere Gemeinschaftspraxen von den Gemeindezentren aus, in angemieteten Räumen in den Dörfern regelmäßige Sprechstunden anböten. Viele andere Modelle seien ebenfalls denkbar. Sowohl die Mediziner als auch die SPD-Vertreter sahen dabei zunächst die Ärzteschaft selbst gefordert. Differenzen gab es in der Frage, was zu tun sei, wenn sich diese kooperativen Strukturen nicht entwickelten. Die Sozialdemokraten sehen dann die öffentliche Hand in der Pflicht, für eine bessere Versorgung zu sorgen. Nach Auffassung Lehmanns darf es kein Tabu sein, „im Ausnahmefall auch einmal über die Gründung medizinischer Versorgungszentren nachzudenken, bei denen das Klinikum und niedergelassene Ärzte als gleichberechtigte Partner auftreten.“


 
 






















 
 
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