„Weißes Gold“ zurück in Bad Salzuflen

Um dem „weißen Gold“ wieder eine angemessene Bedeutung zu verleihen, kooperiert das nordrhein-westfälische Heilbad Bad Salzuflen mit der Sylter Meersalzmanufaktur zur Herstellung von Salz und weiteren Produkten aus der Bad Salzufler Thermalsole. Foto: Staatsbad Salzuflen GmbH

Produktion von Salz in reinster Qualität aus Bad Salzufler Thermalsole durch innovatives Verfahren – Heilbad kooperiert mit Sylter Meersalzmanufaktur

Bad Salzuflen. Das nordrhein-westfälische Heilbad Bad Salzuflen mit seinem maritimen Klima wie an der See feiert in diesem Jahr das große Jubiläum „200 Jahre Fürstliches Solebad“. Bereits über 1.000 Jahre lang lenken reichhaltige Salz- und Solevorkommen die Geschicke der Stadt. Seit 200 Jahren werden sie auch für medizinische Zwecke genutzt. Mit der Ernennung Bad Salzuflens zum Fürstlichen Solebad im Jahr 1818 fiel der Startschuss für eine stolze Gesundheitstradition, durch die sich die Stadt zu einem der bedeutendsten Kurorte und Heilbäder Deutschlands entwickelte. 1945 endete die Salzproduktion in Bad Salzuflen. Die Spuren sind noch heute zu finden. Ein Beispiel dafür sind die markanten Gradierwerke im Herzen der Stadt.  

Um dem „weißen Gold“ wieder eine angemessene Bedeutung zu verleihen, kooperiert das Staatsbad mit der Sylter Meersalzmanufaktur zur Herstellung von Salz und weiteren Produkten aus der Bad Salzufler Thermalsole. Kurdirektor Stefan Krieger erklärt: „Das Staatsbad verantwortet die Förderung und den Vertrieb der Bad Salzufler Quellen. Die Thermalsole als natürliches Heilmittel wird bereits in verschiedenen Anwendungsformen genutzt, zur Berieselung der Gradierwerke, für Bäder im Staatsbad Vitalzentrum sowie als Trinkkur. Nun möchten wir zum Jubiläum die Salztradition wieder aufleben lassen.“

„Der Mensch kann ohne Gold, aber nicht ohne Salz leben.“ – Wie der römische Gelehrte Cassiodorus (ca. 458-589) richtig erkannt hat, können weder Mensch noch Tier ohne Salz überleben. Jeder Mensch muss pro Tag zirka sechs Gramm Salz zu sich nehmen, um seinen Bedarf zu decken. Seit Jahrtausenden haben Menschen daher immer komplexere Methoden entwickelt, um das begehrte Mineral zu erhalten. Über lange Zeit hinweg blieb Salz ein sehr wertvolles Gut und brachte jenen, die es besaßen, Reichtum, Einfluss und Macht. Das „weiße Gold“ ließ florierende Städte entstehen und beflügelte den internationalen Fernhandel. Erst mit der Industrialisierung wandelte sich das einstige Luxusgut zum günstigen Alltagsprodukt.

In der Meersalzmanufaktur auf Sylt wird der natürliche Kreislauf von Verdunstung und Kondensation, an dessen Ende reinstes Wasser auf der einen und reinstes Salz auf der anderen Seite anfällt, in einer innovativen Indoor-Saline technisch nachgestellt. Eine natürliche Salzproduktion, wie sie in warmen Regionen Südeuropas in sogenannten „Sonnen-Salinen“ betrieben wird, war aufgrund des kühlen Klimas an der Nordsee in der Vergangenheit unmöglich. Die Idee für das neuartige Verfahren der Salzgewinnung hatte Alexandro Pape, Inhaber der Sylter Meersalz GmbH & Co., in Bad Salzuflen, inspiriert von den Gradierwerken.

Bei der nachhaltigen Produktion auf Sylt werden aus der Bad Salzufler Sole Salzkristalle in reinster Qualität hergestellt, die geschmacklich keine Wünsche offenlassen und als Grob- und Feinsalz in schmucken Gläsern angeboten werden. Aus dem Wasser, das bei der Salzgewinnung entsteht, wird ein helles Bier gebraut, das beim Jubiläumsfestival am 14./15. Juli erstmalig ausgeschenkt wird.

Die Vermarktung der Bad Salzufler Salzprodukte wird in eigenen Shops mit einem hochwertigen Ladenkonzept in der Wandelhalle und in der Stadt am Salzhof erfolgen. Ergänzt wird das Angebot durch Erzeugnisse der Sylter Meersalzmanufaktur sowie durch Kneipp-Produkte.

Bild- und Textquelle: Staatsbad Salzuflen GmbH

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